Zeit abzutreten!

Sprich noch heute mit jemandem. 
Darum geht es aber gar nicht!

Es ist Zeit abzutreten!

Ja, ich weiß, es könnte auch nur so eine Stimmung sein, die einen befällt und bald wieder verschwindet. Doch es ist keine Stimmung. Es ist eher die Erkenntnis, die sich angesichts der Realität ergibt.

 

Es ist Zeit abzutreten.

 

Eine Alternative wäre, zum Terroristen zu werden, der sich all die auf seine To do Liste setzt, die dem Zusammenleben der Menschheit entgegenwirken. Eine Liste des Todes

 

Doch was soll da ein Einzelner Terrorist schon ausrichten, angesichts der Mannigfaltigkeit von Subjekten, die unser Dasein bedrohen. 

Und was soll es bewirken, wenn Feindseligkeit auf Feindseligkeit trifft?

 

Was wird dann besser? Und wer entscheidet, wer gut oder böse ist?

 

Ich möchte es nicht sein. Zudem bin ich viel zu feige. Sowohl für die eine, wie für die andere Variante. Obwohl die Erste, die effektivere wäre. Denn da ergäbe sich die Frage: was kommt danach? Ein ähnlich sinnloses Dasein, wie das jetzige? 

 

Aber dann doch bitte in einer Variante, ohne bewusstem Erleben und Erinnern. Als Atom zum Beispiel. Ich denke, darauf könnte ich mich einlassen. Als Atom könnte man auch ungestraft verstrahlt sein. Ohne dass es einem peinlich sein muss.

 

Ist das die Form einer Depression? Oder schlimmer noch, langsam verrückt zu werden? Wovor habe ich eigentlich Angst?

 

Menschen haben immer Angst. Vor dem ersten Date, vor dem Alleinsein, vor dem Leben, vor dem Tod und vor allem was dazwischenliegt. 

Das erste Date? = lang ist`s her. Es war „Zufall“. Falls es überhaupt so etwas gibt. Das Alleinsein? = Ja, es ist ein aktueller Zustand, aber Angst davor? Das war früher. Heute schmerzt es ab und zu, aber die Angst ist verflogen. Das Leben dürfte im Alter von über 70 Jahren weitestgehend erledigt sein. Der Tod? = Nein, nur die Ungewissheit des Danach`s.

 

Nach meiner Philosophie ist unser Leben aber kein Zufall, sondern eine Aneinanderreihung von programmierten Abläufen. Und so kommt es, wie es vorbestimmt ist.

 

So ist mein Gedanke, dass ich dem Programmierer meines Lebens nach meinem Tod begegnen werde, eigentlich genauso unlogisch, wie der, man würde Gott begegnen. Was je nach Weltanschauung das Gleiche wäre. Nur dass ich geschworen habe, dem Programmierer mit klaren Worten zu sagen, was ich von seiner Unfähigkeit halte und wenn möglich ihm links und rechts in die Fresse schlagen werde. 

 

Sorry man könnte es netter ausdrücken. Das Ergebnis wäre aber dasselbe. Es wird aber nie soweit kommen, denn überlegt man sich, wie ein Programm entsteht, weiß man auch, dass die Protagonisten in einem solchen, nie ihrem Programmierer gegenübertreten werden.

 

Wie und wer könnte es ändern? Vielleicht könnte es mit KI funktionieren? Zeit für mich, mich damit näher zu befassen. Dann könnte zumindest dieser Traum in Erfüllung gehen.

 

Ist also noch Zeit, bis ich eigenverantwortlich abtreten werde.

 

Ich habe ja noch eine Mission.

© HJB 2021

 

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